Internationale Ausgabe

Hamburg

Dienstag

6th September

Text that looks like it's the heading of a newspaper, depicting 'The Great Unemployeement', or 'Arbeiterlosigkeit'.

Ein StepStone Group Projekt

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DIE UNBEMERKTE WIRTSCHAFTSBEDROHUNG

Das 21. Jahrhundert ist ein Jahrhundert der Megatrends und globalen Herausforderungen. Normalerweise sind diese unmittelbar sichtbar. Sie finden im öffentlichen Diskurs statt. Aber eine große Bedrohung bleibt aktuell fast unbemerkt: Das 21. Jahrhundert wird ein Jahrhundert der „Arbeiterlosigkeit“ sein. Es ist jetzt dringend nötig, mögliche Lösungen aufzuzeigen.

Das Bevölkerungswachstum war in den letzten 200 Jahren einer der wichtigsten Treiber für Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Doch dieses Wachstum kommt aktuell zum Erliegen: Die Erwerbsbevölkerung schrumpft – mit ernsten Folgen für die Zukunft. Und der Wendepunkt ist … jetzt.

Die StepStone Group zeigt gemeinsam mit Appcast und Totaljobs anhand ihrer internationalen Studie: Die Menschen unterschätzen diese Entwicklung. Nur eine Minderheit der Menschen in den USA, China, Deutschland und UK sieht diese wirtschaftliche Bedrohung kommen – und das, obwohl Zahlen und Bevölkerungsprognosen öffentlich zugänglich sind.

Lesen Sie hier, wie die große Arbeiterlosigkeit unsere Zukunft prägt, welche Lösungsansätze es gibt – und warum die Digitalisierung das Problem nicht löst.

Dramatische Entwicklung der Erwerbsbevölkerung in Deutschland, USA, China und Großbritannien

Wachstumsraten der Erwerbsbevölkerung von 1955 bis 2050 laut Prognosen der UN – 30-Jahr-Spanne, 5-Jahr-Spanne und jährliche Spanne.

Interaktive Graphen: Klicken Sie auf die Pfeile oder Länder oder fahren Sie über die Graphen, um mehr zu erfahren.

30-Jahr-Spanne

Lange Zeit ist die Erwerbsbevölkerung in allen großen Volkswirtschaften gewachsen. Doch diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Vor allem in Deutschland und in China schrumpft der Anteil der Erwerbsbevölkerung sichtbar. Der Ausblick bis 2050 zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Zukünftig wird diese dramatische Entwicklung in allen Ländern spürbar sein.

Zwar sind die klassischen Einwanderungsländer USA und Großbritannien noch nicht unmittelbar vom Rückgang der Erwerbsbevölkerung betroffen, aber auch hier fällt das einst starke Bevölkerungswachstum als Treiber von Wachstum und Wohlstand deutlich geringer oder gar gänzlich aus. Denn gleichzeitig wächst auch hier der Anteil der älteren Bevölkerung massiv. Sprich: Weil weniger Menschen mehr Leistung erbringen müssen, wird wirtschaftliches Wachstum erschwert.

StepStone CEO

Sebastian Dettmers: Auf dem Arbeitsmarkt bricht eine neue Ära an. Neben der Klimakrise ist die drohende Arbeiterlosigkeit die größte wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Wir alle müssen hier viel lauter werden. Und gemeinsam mit Hochdruck an Lösungen arbeiten, um unseren Wohlstand zu sichern.

Image of Sebastian Dettmers

Schrumpfende Erwerbsbevölkerungen: Menschen erkennen die Gefahr nicht

A graph depicting 2 out of 10 people filled out in blue.

20 PROZENT ALLER BEFRAGTEN SCHÄTZEN DIE ENTWICKLUNG RICHTIG EIN.

Die Zahlen der UN machen das Problem der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung deutlich. Aber: Viele Menschen sind sich der Entwicklung nicht bewusst oder unterschätzen ihre Konsequenzen.

So ist nur etwa eine*r von fünf weltweit Befragten der Meinung, dass der Anteil der Erwerbsbevölkerung so massiv zurückgeht, wie prognostiziert. Gut jede*r Dritte geht sogar davon aus, dass der Anteil der Erwerbsbevölkerung weiterwächst.

Am ehesten sind sich noch Menschen aus Deutschland (29%) über die Entwicklung im Klaren. In Großbritannien sind es 25% und in China 17%. In den USA prognostiziert gerade einmal jede*r Zehnte eine korrekte Entwicklung. Das geringe Bewusstsein in den USA überrascht nicht, ist die Entwicklung doch hier weit weniger dramatisch als zum Beispiel in Deutschland. Die hohe Aufmerksamkeit in Großbritannien erstaunt da schon eher.

Interessant: Die Fehleinschätzung besteht unabhängig von der Job-Position. Selbst Top-Entscheider sind sich der künftigen Herausforderung kaum bewusst. Nur knapp ein Viertel der Befragten aus dem oberen Management schätzen die Entwicklung richtig ein. Dies belegt eindrucksvoll: Wir sind auf die anstehenden Entwicklungen kaum vorbereitet.

Die Studie macht aber andererseits auch Hoffnung: Wer auf das Problem aufmerksam gemacht wurde, versteht den Ernst der Lage. Mehr als zwei Drittel der Befragten halten in diesem Fall die Bevölkerungsentwicklung für problematisch. Nur jede*r Zehnte hält sie noch für unproblematisch. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, aufzuwachen und gemeinsam zu handeln.

Oft falsch gedacht: Digitalisierung ist keine Lösung für das Problem

Die Digitalisierung wird's schon richten: So denken zumindest mehr als 60% aller Befragten, wenn es um die sinkende Produktivität als Folge einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung geht. In Deutschland gehen sogar 75% davon aus, dass unsere Produktivität dank Digitalisierung in den letzten Jahren stärker gestiegen ist als zuvor. Schließlich könnten doch Maschinen, schlaue Roboter und künstliche Intelligenz anfallende Arbeit einfach abnehmen. In manchen Branchen fürchten Menschen sogar aufgrund der Digitalisierung um ihren Job.

Einzig die Befragten aus Großbritannien sind realistischer in Bezug auf Digitalisierung: Hier schätzten immerhin 30%, dass das Produktivitätswachstum trotz Digitalisierung nachgelassen hat.

Tatsächlich ist die Digitalisierung keine Lösung für sinkende Produktivität. Forscher streiten sich darüber, ob die Wirkung der technologischen Entwicklung schlicht überschätzt wird oder Potentiale nicht richtig ausgeschöpft werden. Fakt ist: In den vergangenen 20 Jahren, unter der rasanten Entwicklung von Computern und Internet, hat kein Anstieg des Wachstums der Produktivität stattgefunden.

A graph depicting 2 out of 10 people filled out in blue.

60 PROZENT DER MENSCHEN ÜBERSCHÄTZEN DEN EFFEKT DER DIGITALISIERUNG.

Co-Autor von „The Great Demographic Reversal“

Professor Charles Goodhart: Eine Kombination aus sinkenden Geburtenraten und einer höheren Lebenserwartung wird unsere Arbeitsmärkte in den kommenden Jahren massiv verändern. Es ist wirklich notwendig, für eine strukturell knappere Erwerbsbevölkerung und infolgedessen steigende Lohnstückkosten vorauszuplanen. Um diese höheren Arbeitskosten auszugleichen, müssen die Arbeitgeber mehr in arbeitssparende Technologien investieren und auch mehr Zeit und Mühe in das Personalmanagement investieren.

Image of Professor Charles Goodhart

Welche Auswege aus der Arbeiterlosigkeit gibt es?

Es gibt zwei offensichtliche Strategien, der Arbeiterlosigkeit zu begegnen: Die Zahl der Arbeiter*innen auf anderen Wegen erhöhen und/oder jede*n einzelne*n Arbeiter*in produktiver machen. Folgende Maßnahmen können die Zahl der Arbeitnehmenden insgesamt wieder erhöhen: Alle Menschen gleichberechtigt in ihrer Vielfalt ins Arbeitsleben integrieren, die Einwanderung von Arbeitskräften fördern und die Lebensarbeitszeit verlängern. Effizienteres Automatisieren sowie eine stärkere Flexibilität am Arbeitsmarkt sorgen dafür, dass Menschen Aufgaben übernehmen, für die sie am meisten gebraucht werden und wo sie am meisten bewirken können. Das steigert die individuelle Produktivität. Aber wie werden diese Ansätze bewertet?

Die Befragten haben die möglichen Lösungsansätze wie folgt bewertet:

Automatisierung

Alle Aufgaben, die sich dafür eignen, sollten konsequenter automatisiert werden. Das entlastet die Menschen. So verschwinden wenig produktive, repetitive Aufgaben. Dafür entstehen höherwertige Jobs, die menschliche Stärken wie Kreativität oder Problemlösungskompetenz erfordern. Bessere und höherwertige Berufe führen wiederum dazu, die Bedingungen und die Bezahlung für menschliche Arbeit zu verbessern. In allen großen Volkswirtschaften halten die Menschen diesen Ansatz für eine gute Lösung, um die Effekte der Arbeiterlosigkeit abzufedern. Besonders China sticht heraus: 76% denken, dass eine bessere Automatisierung die Produktivität fördert.

Diversität in der Belegschaft

Kein Mensch ist wie der andere. Sie unterscheiden sich in Geschlecht, Kultur, sozialen und psychologischen Merkmalen – aber auch in ihren Ansichten und Perspektiven. Vielfalt in der Belegschaft zu fördern, wird künftig nicht mehr allein eine Haltungsfrage sein. Denn: Aus ökonomischer Sicht werden wir es uns schlicht nicht mehr leisten können, Arbeitskräfte auszuschließen. Rund drei Viertel der Befragten stehen einer diversen Belegschaft positiv gegenüber. Menschen aus den USA sind hier zurückhaltender: Nur etwas mehr als die Hälfte stimmt zu, dass Diversität stärker gefördert werden sollte.

Flexibler Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktflexibilität hat viele Facetten. Dazu gehört die Möglichkeit, schnell und einfach den Job zu wechseln, sowie für Unternehmen unkompliziert und unbürokratisch neues Personal einzustellen. Das kann die Produktivität der Wechsler erhöhen. Mobiles Arbeiten und andere Formen der Individualisierung von Arbeitsverhältnissen können ebenfalls einen Beitrag leisten. Auch neue Arbeitsmodelle abseits der Festanstellung, wie zum Beispiel Gig-Worker oder Freelancer, erhöhen die Flexibilität für Arbeitgebende und Arbeitnehmende. Knapp drei Viertel aller Befragten halten die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts für eine gute Lösung, um die Produktivität zu steigern. Was jedoch überrascht: Ausgerechnet in den USA und in Großbritannien fällt die Euphorie deutlich geringer aus. Eine Möglichkeit ist, dass der Arbeitsmarkt dort bereits sehr flexibel sind und weniger Spielraum vermutet wird. Im traditionell sicherheitsorientierten Deutschland ist die Offenheit für mehr Flexibilität überraschend groß.

Länger Arbeiten

Wer über das gesetzliche Rentenalter hinaus noch arbeitet, steigert die Produktivität. Das Renteneintrittsalter wird weltweit erhöht, um mit der längeren Lebenserwartung Schritt zu halten. Was für manche weiterhin eine sinnerfüllende Beschäftigung ist, kommt für die meisten nicht infrage, wenn sie an den wohlverdienten Ruhestand denken: Die Menschen wollen offenbar nicht länger als nötig arbeiten. Nur 44% haben demnach Vertrauen in die Produktivität im Alter – rund ein Drittel sieht dies sogar sehr negativ. Die Menschen aus den USA sind hier etwas positiver gestimmt: Mehr als die Hälfte (57%) sprechen sich dafür aus. Grundsätzlich steigt die Bereitschaft, länger zu arbeiten mit dem Alter der Befragten. Das kann sogar Vorteile haben: Laut einer Studie der Oregon State University wirkt sich längeres Arbeiten positiv auf die Lebenserwartung aus.

Arbeitsmigration

Die Arbeitsmigration ist eine klassische Volkswirtschaftliche Maßnahme, um die Anzahl von Erwerbstätigen zu steigern. Besonders die USA und UK profitieren traditionell von der Arbeitsmigration – und doch stehen die Befragten diesem Ansatz überraschend kritisch gegenüber. In Großbritannien sehen nur 55% Arbeitsmigration positiv, in den USA sind es sogar nur 42%. Auffällig: Menschen mit akademischem Abschluss sehen die Arbeitsmigration deutlich positiver (60%) als Befragte ohne (50%).

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Über die Studie

Der globale Arbeitsmarkt erlebt eine Zeitenwende. Das Zeitalter der Arbeiterlosigkeit beginnt. Das zeigen unter anderem die UN-Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung. Mit dieser internationalen Studie will die StepStone Group Aufmerksamkeit schaffen, für die kommenden Entwicklungen und mögliche Handlungsoptionen. Dafür hat StepStone eine Befragung unter rund 20.000 Arbeitskräften in den USA, Großbritannien, Deutschland und China im Zeitraum von Dezember 2021 bis Januar 2022 durchgeführt. Ziel war zu dekodieren, ob die demographische Herausforderung im Bewusstsein der Menschen angekommen ist, wie mögliche Lösungen bewertet werden und welche Unterschiede es gibt in vier der fünf wichtigsten Volkswirtschaften der Welt.

Unsere Geschichte

StepStone unterstützt Unternehmen und Jobsuchende schon seit 25 Jahren dabei, großartige Mitarbeiter*innen bzw. den richtigen Job zu finden. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung, Innovationen und ein umfassendes Marktverständnis haben wir StepStone zu dem gemacht, was es heute ist: einer der weltweit führenden Recruiting-Plattformen.

Unsere Reise beginnt

Jobshop (später StepStone) wird in Oslo als einer der Pioniere für Online-Stellenanzeigen in Europa gegründet

Marken

StepStone besteht aus vielen starken Marken. Jede einzelne dieser Marken gehört zu den führenden Playern in ihrem Markt

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