Main image for post Über die Magie der Technik

Susan, du hattest schon immer eine Leidenschaft für Technik. Was genau fasziniert dich daran?

Ich bin quasi in einem Computerlabor aufgewachsen und habe schon sehr früh gelernt, wie man programmiert und Computer dazu bringt, tolle Dinge zu
machen. Ich glaube, das begeistert mich an Technik am meisten: Man kann Alltägliches mit ein bisschen Magie versehen. Man merkt nichts, aber im Hintergrund arbeitet die Technik einfach leise und elegant an einer Lösung. Ich betrachte mich selbst als digitale Architektin und glaube, dass wir die Welt mit Technik tatsächlich verbessern können.

Du kommst aus den USA – einem Land,das für Innovation steht. Deutschland hinkt in Sachen Technologie hinterher, das bestätigt auch eine unserer Studien. Wir haben Personalverantwortliche gefragt, ob sie Technologie wie zum Beispiel KI im Rekrutierungsprozess einsetzen. Die meisten sind eher skeptisch.Wie würdest du ihnen die Magie der Technologie näherbringen?

Ich bin mir nicht sicher, ob skeptisch das richtige Wort ist, aber viele sind vorsichtig, wenn es um ihre Daten geht. Ich glaube eher, dass US-Amerikaner und Deutsche eine unterschiedliche Risikotoleranz haben. Deutsche sind deshalb nicht weniger interessiert an Technik oder neugierig. Und ja, die Magie der Technik ist mächtig. Deshalb geht auch große Verantwortung damit einher. Ich würde Recruitern raten: Finden Sie Partner, die verantwortungsbewusst handeln und Technologien, die Ihre Bedürfnisse erfüllen und Ihre Emotionen ansprechen – nicht nur jemanden, der Dinge für Sie gedankenlos automatisiert. Was mich an StepStone am meisten begeistert, ist, dass wir nicht einfach nur Prozesse automatisieren, zum Beispiel mit Robotik, KI oder maschinellem Lernen. Wir wollen es verantwortungsbewusst, ethisch und sicher tun.

Besteht eine Aufgabe von StepStone also darin, eine Brücke zwischen Menschen und Technologie zu bauen?

Ja, so kann man es sagen. Die Menschen stehen im Mittelpunkt unseres Handelns, wir vernetzen sie. Diese Aufgabe kann ganz schön einschüchternd sein, denn wie sollen hundert Millionen Bewerbungen und Hunderttausende Unternehmen zueinanderfinden? Die Antwort ist: Indem man ihnen Werkzeuge an die Hand gibt und indem man Wege findet, Technologie und Herzen zu verbinden. Denn letztendlich stellen Menschen andere Menschen ein. Die Technologie kann nur unterstützen.

Befähigen wir also die Menschen, das Beste aus der Technologie zu machen?

Ich verwende den Begriff „Empowerment“ gern und oft. Das heißt, wir unterstützen alle dabei, sich die Technologie zu eigen zu machen und das zu finden, wonach sie suchen: den richtigen Job oder die passenden Kandidat*innen. Wir sind dann erfolgreich, wenn beide Seiten einen Mehrwert haben und begeistert von der Effizienz und Schnelligkeit der Technik
sind.

Apropos Mehrwert: Im Recruiting ist jetzt auch immer öfter von dialogorientierter KI die Rede. Warum bringt sie uns weiter?

Ich kann das am Beispiel von Chatbots erklären. Ein Chatbot ist eine Erweiterung eines bereits vorhandenen Suchalgorithmus in einem Chatformat. Hier kommen Künstliche Intelligenz, Robotik und maschinelles Lernen – also, dass die Maschine sich ohne menschliches Zutun allein weitertrainiert – zusammen. Jemand fragt, der Chatbot gibt die trainierte Antwort, das Themenfeld ist recht eng abgesteckt. Bei einer dialogorientierten KI optimieren wir das maschinelle Lernen so, dass viel nuanciertere Diskussionen
über Themen möglich sind, die mich wirklich interessieren. So hilft sie Menschen auch, schneller und besser den passenden Job zu finden. Die Voraussetzung dafür ist, dass sich die Menschen darauf einlassen und diese Form der Kommunikation gemeinsam mit uns entdecken. Nur so kann die Technik immer besser werden und ihre Magie entfalten.

Dialogorientierte KI spuckt also nicht nur den passenden Job aus, wenn ich „Online-Marketing-Manager“ eingebe, sondern schlägt mir aufgrund meiner Fähigkeiten und Kompetenzen auch ganz andere Möglichkeiten vor?

Genau. Ich bin mit meinen 53 Jahren schon recht fest im Sattel, aber wenn man jung ist und am Anfang seiner Karriere steht, stehen einem unendlich viele Möglichkeiten offen. Was würden Sie wählen, ein Formular auf einer Website auszufüllen oder ein Gespräch mit einem Freund, der Sie fragt: „Was treibt dich wirklich an? Was motiviert dich? Was macht dich aus? Welche Probleme löst du gern?“ Dieser empathische Freund, das kann eine KI sein.

Gibt es etwas, das du Personalverantwortlichen mit auf den Weg geben möchtest?

Die Bewerber*innen da draußen sind ein wenig verloren in diesem Prozess der Jobsuche. Deshalb ist es wichtig, auch etwas über sich selbst, das Unternehmen und dessen Kultur zu teilen und nicht nur viel von den Kandidat*innen zu erfahren. Wir können dabei helfen – und KI kann es auch.

Vielen Dank, Susan, für deine faszinierenden Einblicke in die Welt
der Technologie bei StepStone.